


Hinter den Bergen des Taygetos, im Süden des mittleren Ausläufers der mythenumwobenen griechischen Halbinsel Peloponnes, liegt die Mani – ein wilder, ursprünglicher Landstrich, geprägt von unwegsamen steinigen Hängen, auf deren fruchtbaren Böden silbern schimmernde Olivenbäume und wilde Kräuter das Landschaftsbild prägen.
Hier findet man noch das stille, unberührte Griechenland, karge Felsen, grüne Wiesen, liebliche und raue Natur scheinen sich hier brüderlich zu vereinen. Majestätisch ziehen sich die Berge des Taygetos, in den Abendstunden ins Sonnenrot getaucht durchs maniotische Land. Und zu Füssen liegt kraftvoll das türkisblaue Meer. Das Eindrucksvollste ist jedoch das Licht, immer anders, immer von sensibler Stärke. Der große Meister des Lichts, William Turner, hätte seine reine Freude daran gehabt, dies zauberhafte Spiel auf die Leinwand zu bannen.
Die äußere Mani, der Landstrich in dem wir zuhause sind, ist trotz felsiger Landschaft auch üppig und von lieblicher Schönheit. Die innere Mani hingegen ist so schroff und karg, als würde man eine riesige Steinwüste durchqueren. Sie beginnt direkt hinter Areopoli, dem Hauptort der Mani und zieht sich hinunter bis zum Kap Tainaron, dem südlichsten Punkt europäischen Festlandes.
Diesen Doppelcharakter beschreibt Goethe sehr schön. So kann man das Leben in der Mani wie in seinen Worten empfinden. Die extreme Architektur der Wehrtürme und im Gegenzug die unendliche Weite und das Lichtspiel der Natur.
Aus historischer Sicht ist die Mani fast immer unbesiegt geblieben. Die Manioten lebten meist in Wehrtürmen, früher bis zu 20 Meter hoch, boten sie Schutz vor Piraten und verfeindeter Nachbarschaft. Und die Vendetta, die blutigen Fehden, wurden nur zur Erntezeit niedergelegt.